Ich möchte hier meine Erfahrungen mit Equalizern schildern, auf dem Hintergrund des Erwerbs eines Avalon AD 2055. Mir stehen jetzt folgende Eq´s zur Verfügung:
Software EQ,
Emagic 7.2 : Channel EQ, Linear Phase EQ, Match EQ, Fat EQ, Silver EQ, DJ EQ,
UAD Plug Ins: Cambridge EQ, EX-1, Pultec EQ,
Izotope: Ozone 3
Digital Hardware:
EMT 248, Drawmer Masterflow, Tc Finalizser,
Analoge Hardware:
Klein Hummel UE 1000, Tube Tech SMC2B, SPL PassEQ, Avalon AD 2055
Um dem Anspruch des High End Masterings gerecht zu werden, kaufe ich einen Avalon AD 2055 und teste ihn gegen die überwiegend digitalen Eq´s , die bei mir sonst zum Einsatz kommen.
Der Avalon besitzt einen passiven Shelf EQ für Bässe (18 Hz-450 Hz) und Höhen (1.5 KHz -25 KHz). Man kann die Charakteristik dieser Filter auf parametrik EQ umstellen, was das Gerät zusätzlich flexibel macht. Außerdem gibt es zwei aktive Filter mit parametrischen Mitten EQ´s
(35 Hz - 450 Hz und von 160 Hz – 2 KHz). Bei diesen Filtern kann man die Frequenz schaltbar mit 10 multiplizieren. Mit dieser Anordnung kommt man wirklich überall ran und ist super flexibel. Nachteilig ist die Tatsache, dass man links und rechts getrennt regeln muß.
Warum ich dieses Gerät bevorzuge, liegt in der einfachen Bedienbarkeit und natürlich im Klang. Ein Toningenieur dreht viel lieber an richtigen Knöpfen, als das er sich mit der Maus durch ein Menü wühlt. (Soweit zur Bedienung)
Wie beschreibe ich nun den Klang?
Diese Frage wird mich noch häufiger begleiten, denn der Klang eines EQ´s hängt in erster Linie von der Musik ab, die ich zu bearbeiten gedenke- und zwar maßgeblich ! Der EQ an sich klingt erst mal gar nicht (höchstens wenn ich ihn runter schmeisse).
Wenn ich z.B. breitbandig die Höhen anhebe, verstärke ich das, was in dem Song an Höhen passiert. Ob mir das gefällt, was ich höre, hängt viel mehr von dem Inhalt des Songs, als von der Qualität des Equalizers ab. (Es sei denn ich setze ein minderwertiges Gerät ein, das anfängt zu zerren oder rauscht wie „Hulle“ . So etwas gibt es aber heute kaum noch, in der digitalen Welt schon gar nicht).
Um mich dem Thema „Klang-Unterschiede bei EQ´s“ zu nähern, habe ich einige meiner Eq´s einem Vergleichstest unterzogen. Hierzu habe ich einen Titel gewählt, der im Original ziemlich muffig klang. Nun habe ich eine Einstellung gewählt, die bei allen Testkandidaten gleich sein sollte, und zwar „ Hi Shelf bei 4 KHz + 6dB“.
Getestet habe ich:
Cambridge - Universal Audio Plug In
Pultec - Universal Audio Plug In
Izotope – Ozone 3
EMT 248
Channel EQ Emagic 7.2 Plug In
K&H UE 1000
SPL PassEQ
Avalon AD 2055
Ich habe dafür gesorgt, dass bei allen Versuchen der Pegel gleich ist.
Abgehört habe ich über meine Haupt-Monitore als das wären Genelec 1031A mit Subwoofer 1091 A.
Um das Ergebnis Vorweg zu nehmen. Der Avalon hat meine Erwartungen an ihn mehr als erfüllt. Im direkten Vergleich klingen alle digitalen Eq´s mehr oder weniger schwach.
Dabei kam der Isotop noch am besten weg. Enttäuschend waren die UAD´s . Der Cambridge klingt lausig.
Wie beschreibe ich mit Worten, was ich wahrgenommen habe. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ich bei einem digitalen Filter vor meinem geistigen Auge eine Rechenleistung höre. 4 KHz + 6dB = ...... Die Höhen sind verstärkt, aber der Klang ist irgendwie geblieben.
Beim Avalon ist das anders. Die Musik beginnt zu leben und präsentiert mir das, was vorher verborgen blieb. Es ist eine reale Bereicherung des Klangs.
Auch die beiden anderen analogen „Kameraden“ kommen hier nicht mit. Beim UE 1000 habe ich das Gefühl, das die Flankensteilheit nicht groß genug ist. Das Klangbild bleibt mit ihm muffig. Der Beim SPL ist es ähnlich. Wenn ich den Verstärkungsfaktor erhöhe, machen sich die Laufzeitunterschiede (Verschiebung der Phasenlage), die bei einem R-C Glied entstehenden bemerkbar.
So freue ich mich jetzt auf die Arbeit mit der ab heute zentralen Soundmaschine Avalon AD 2055. (klingt fast wie´n Werbeslogan).
Das bedeutet nun nicht dass wir bis gestern keinen guten Sound erstellen konnten. Mit dem Eq vom EMT 248 habe ich seit mehr als 10 Jahren ein Werkzeug, mit dem ich sehr gut und präzise arbeiten kann. Außerdem glaube ich dass der wichtigste Faktor, um einen gut klingendes Master zu erstellen, der Operator ist.
Wenn man aber auf dem Weg ist, das technisch maximale zu realisieren, muss man sich richtig strecken. Für die letzten 5 % wird es sehr aufwendig.
Wer dies liest und irgendwelche Anregungen oder Fragen dazu hat, ist herzlich eingeladen mir zu schreiben info@mastering-online.com
Technorati Tags: EQ, mastering, audio, Avalon
Technorati Profile
Montag, 29. Januar 2007
Equalizer-Test
Abonnieren
Posts (Atom)